27.5.2021 - Beata Cece

Mit einem Klick zum Kunstwerk

Wirtschaftsförderung

Designobjekte von m:pura in Bremen

Echte Weltkarte mit digitalen Projektionen
Echte Weltkarte mit digitalen Projektionen © mpura

Als wir uns zum Interview verabreden, betont Max Maurer, dass wir unbedingt einen Rundgang durch den neuen m:pura-Laden in der Bremer Innenstadt machen sollten. „Um zu verstehen, was wir hier machen, muss man es sehen“, sagt der m:pura-Geschäftsführer. Also treffen wir uns – wegen Corona – zum digitalen Rundgang. Dabei führt Maurer per Zoom verbunden durch die Räumlichkeiten in der Knochenhauerstraße. „Unsere Produkte sind nur schwer mit Worten zu beschreiben“, erklärt er, während er mit dem Laptop in der Hand durch den Laden läuft. „Wenn man sie live sieht, macht es dann aber ganz schnell Klick.“

Weltkarte zum Leben erweckt

Maurer bleibt vor einer etwa 1,60 Meter breiten Weltkarte aus Holz stehen, auf der silberfarbene Kontinente aus Edelstahl angebracht sind. „Wir nehmen solche Designobjekte, die sowieso schon cool aussehen, und erwecken sie durch Lichtspiele zum Leben“ erläutert er. Maurer stellt den Beamer an, der über der Weltkarte angebracht ist, und schon beginnt eine Lichtanimation über das Motiv zu wandern. „Was wir hier sehen, sind die Seerouten von Cargo-Schiffen, wir können aber auch Zeitzonen oder andere Muster auf die Karte projizieren“, sagt er. Kundinnen und Kunden könnten sich auch individuelle Inhalte erstellen lassen, zum Beispiel die Animation einer bestimmten Reiseroute oder die Hervorhebung des Lieblingslandes.
Bei den Produkten, die sich mit Worten nur schwer beschreiben lassen, handelt es sich also um Designobjekte, die wie Gemälde an der Wand hängen und als Projektionsfläche für verschiedene 3D-Animationen dienen. Neben diesen 3D-Lichtobjekten, die laut Maurer in dieser Form weltweit einzigartig sind, gibt es bei m:pura auch LED-Leuchtkästen in jeder erdenklichen Größe, mit denen sich Digitaldrucke rahmen und in Szene setzen lassen. Noch laufen die Umbauarbeiten, doch sobald es die Corona-Vorgaben wieder zulassen, soll es losgehen.

Installation "Wordmap" bei Vimeo

mpura - Video

Nur zehn Monate Zeit

Mit der Eröffnung ihres erstens Ladens nimmt das Team von m:pura den Privatkundenmarkt in Angriff – und das früher als geplant. „Eigentlich hatten wir diesen Schritt erst für das nächste oder übernächste Jahr vorgesehen“, schildert Maurer, aber nun habe sich eine einmalige Chance ergeben. Das Unternehmen belegte den dritten Platz beim Pop-up-Store-Wettbewerb der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, der Teil des Aktionsprogramms Innenstadt ist. Ihr Gewinn: zehn mietfreie Monate für eine Ladenfläche in der Bremer Innenstadt. So lange hat das Team von m:pura nun Zeit, die Bremerinnen und Bremer von ihrem Konzept zu überzeugen.

Bislang richtete sich das Angebot von m:pura in erster Linie an Geschäftskunden. Michael Reck und der mittlerweile verstorbene Manuel Engels gründeten das Unternehmen 2007. Der Schwerpunkt lag lange im Bereich IT- und Media-Dienstleistungen. 2019 kamen Max Maurer und Peter Pflug an Bord. Seitdem fokussieren sich die drei Geschäftsführer stärker auf die Vermarktung der neuartigen 3D-Lichtobjekte. Peter Pflug sei ein begnadeter 3D- und Videoartist, erzählt Maurer, und Michael Reck habe früher eine IT-Firma besessen. Auch Maurer selbst, den man in Bremen vor allem als langjährigen Organisator der Breminale und Geschäftsführer der Bar Charlotte Gainsbourg in der Neustadt kennt, ist IT-Experte. „Während der Schulzeit habe ich erst meinen eigenen Computer repariert, dann die PCs von Freunden, Nachbarn und irgendwann dann von kleinen Unternehmen.“ So kam es, dass der gebürtige Bremer bereits als Schüler seine erste eigene IT-Firma gründete.

Frischgebackene Ladeninhaber: Max Maurer und Peter Pflug
Frischgebackene Ladeninhaber: Max Maurer und Peter Pflug © WFBPusch

Neues Wandbild ohne Hämmern

Maurer geht auf ein kreisförmiges 3D-Lichtobjekt zu und zeigt auf den Aluminiumwinkel, an dem der dazugehörige Beamer hängt. „Dieses Aluminiumteil kommt von einer Bremer Firma“, erklärt der Unternehmer. Bei der Produktion der 3D-Lichtobjekte setzt das Team auf regionale Dienstleister. „Wir produzieren außerdem so viel möglich selbst. Nur was wir nicht selbst produzieren können, dazu gehören auch die Beamer, kaufen wir zu.“ Auch die Animationen erstellt das Team größtenteils in Eigenarbeit, die Zusammenarbeit mit freien Designerinnen und Designer soll aber in Zukunft gestärkt werden. 

Für dieses Vorhaben hat das Unternehmen eine Förderung vom Bremer Landesprogramm FEI (Förderung der Forschung, Entwicklung und Innovation)  erhalten. Die FEI-Förderung unterstützt Unternehmen im Mittelstand, innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu entwickeln. Mit Zuschüssen und Darlehen senkt sie das Investitionsrisiko für Unternehmerinnen und Unternehmer und damit die Einstiegshürden in neue Technologien. FEI wird kofinanziert vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)*.

„Die finanzielle Unterstützung nutzen wir zum Aufbau einer Content-Plattform, bei der freischaffende Künstlerinnen und Künstler 3D-Animationen liefern können. Die BAB ist da für uns ein wichtiger Partner“, erzählt Maurer. Diese Animationen sollen sich die Käuferinnen und Käufer der 3D-Lichtobjekte dann über eine App herunterladen können. „Wenn unsere Kunden Lust auf ein neues Motiv haben, dann brauchen sie keine Schraube in die Hand nehmen, sondern laden sich einfach ein neues Motiv runter und zack haben sie ein neues Kunstwerk zuhause hängen“, so Maurer. 

Installation "Circle" bei Vimeo

Instalaltion "Circle" bei Vimeo aufrufen

Während wir sprechen, steckt ein Passant seinen Kopf durch die Ladentür, schaut sich um und fragt: „Was wird das hier?“ Maurer lacht und bittet einen seiner Kollegen, sich um den Mann zu kümmern. Das passiere die ganz Zeit, erzählt der gebürtige Bremer. „Wir haben während der Umbauarbeiten extra die Fenster nicht abgeklebt, weil wir gerne mit den Leuten ins Gespräch kommen.“ Das Konzept der Gründer könnte demnach aufgehen: Das Team setzt mit der Geschäftseröffnung in Innenstadtlage auf die Neugierde der Laufkundschaft und darauf, dass sich der Galerie-artige Laden mit seinen ungewöhnlichen Produkten schnell in Bremen herumspricht.

„Auf lange Sicht peilen wir die Eröffnung weiterer Geschäfte an unterschiedlichen Standorten an“, so Maurer. Ob das funktionieren kann, wird der Testlauf in Bremen zeigen. Da es sich um neuartige Produkte handele, hätten sie im Vorfeld keine Mitbewerber- oder Marktanalyse machen können. „Wenn es etwas vorher noch nicht gab, gibt es auch nichts, mit dem wir es vergleichen könnten“, sagt Maurer. „Deshalb gilt jetzt: Rein ins kalte Wasser und ausprobieren.“

Der Pop-up-Store von m:pura befindet sich in der Knochenhauerstraße 18-19.

Als Förderbank des Landes Bremen können wir Sie sowohl bei Wachstum und Erweiterung, als auch bei der Neuausrichtung oder Stabilisierung Ihres Unternehmens unterstützen. Sie wollen innovative Projekte umsetzen oder die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen vorantreiben? Mit einer Vielzahl von öffentlichen Krediten, Beteiligungen, Bürgschaften und Zuschüssen können wir Sie passgenau beraten und unterstützen. Einen Überblick finden Sie hier.
*Das Programm Forschung, Entwicklung und Innovation (FEI), das mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung/EFRE-Darlehensfonds Bremen kofinanziert wird, fördert Projektkosten für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben bei innovativen Vorhaben mit dem Ziel, betriebswirtschaftliche Risiken zu minimieren.




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