BAB Geschäftsbericht 2025
Verlässlich fördern in bewegten Zeiten
Bremen und Bremerhaven sind Lebensraum, Wirtschaftsraum und Zukunftsraum für Gesellschaft und Wirtschaft zugleich. Damit das so bleibt, unterstützt die BAB dabei, gute Ideen zu erfolgreichen Unternehmen zu entwickeln, sie beim Entstehen und Wachsen zu begleiten und ihre Wirkung für die Region zu entfalten. Gleichzeitig übernehmen wir als Förderbank des Landes Bremen Verantwortung für die Menschen vor Ort, etwa in zentralen Fragen rund ums Wohnen.
Die Zeiten sind herausfordernder geworden. Um die Wirtschaftskraft unseres Standorts zu sichern und weiterzuentwickeln, braucht es neue Impulse. Mit dem Starthaus Bremen und Bremerhaven begleiten wir Gründer:innen, Startups und Unternehmen auf ihrem Weg. Initiativen wie das Diversity Haus stärken die Fachkräftegewinnung, indem sie Vielfalt als Chance für unseren Arbeitsmarkt nutzen. Als verlässlicher Partner der Politik tragen wir dazu bei, wirtschaftliche Dynamik, gesellschaftliche Teilhabe und nachhaltige Entwicklung gleichermaßen voranzubringen – sozial, ökologisch und wirtschaftlich.
Ob Mietspiegel, Risikokapitalfonds, Förderlotse, Umweltpreis, Crowdfunding-Contest oder die Gründungswoche: Die BAB gibt Orientierung, eröffnet Perspektiven und unterstützt die Menschen, die Bremen und Bremerhaven heute und morgen prägen. Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit danken wir herzlich.
Ralf Stapp (Vors.) und Torsten Fischer
Alle Zahlen - auf einen Blick!
Vermögenslage
Die Bilanzsumme (inkl. Treuhandvermögen/-verbindlichkeiten) hat sich im Vergleich zum Vorjahr um rd. 257,9 Millionen Euro auf 1.032,5 Millionen Euro reduziert. Wesentlicher Grund ist die Verringerung des Treuhandvermögens sowie entsprechend der Treuhandverbindlichkeiten durch die Teilkündigung der Treuhänderschaft für die landesseitigen Ko-Finanzierungsanteile für die bremischen IPCEI-Projekte. Das Geschäftsvolumen, in dem zusätzlich die Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungen sowie unwiderrufliche Kreditzusagen enthalten sind, reduzierte sich um 280,6 Millionen Euro auf 1.218,5 Millionen Euro.
Während bei den Forderungen an Kreditinstitute ein Rückgang zu verzeichnen war, haben die Forderungen an Kunden zugenommen.
Die Bilanz- und Refinanzierungsstruktur ist dabei im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben. Die BAB refinanziert sich nahezu vollständig über Mittelaufnahmen bei Kreditinstituten mit einer langfristigen Zinsbindung, was zu vergleichsweise geringen Zinsänderungsrisiken führt
Ertragslage
Der Zinsüberschuss liegt um rund sechs Prozent unter dem Planwert. Grund hierfür ist das unter den Planannahmen liegende Neugeschäft im Kreditgeschäft mit den Kunden. Der Provisionsüberschuss liegt hingegen aufgrund gestiegener Provisionssätze um rund 13 Prozent über dem Planwert. Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind insbesondere die Erträge aus der Geschäftsbesorgung enthalten, die in 2025 auch durch die Bearbeitung der Krisen-Hilfsprogramme über dem Vorjahresniveau, aber unterhalb des Planwertes für 2025 liegen. Grund hierfür ist insbesondere der unter dem Planwert liegende Personalaufwand für das Unterstützungsteam Krisenhilfen. Der Personalaufwand liegt rund 14 Prozent unter dem Planwert, aber über dem Vorjahreswert. Gründe hierfür sind einerseits nicht oder später als geplant erfolgte Einstellungen sowie gegenläufig die Tarifsteigerungen aus dem Abschluss 2024.
Der gestiegene Sachaufwand ist im Wesentlichen durch IT-Kosten bedingt. Der Sachaufwand liegt um rund sechs Prozent unter dem Planwert, aber leicht über dem Vorjahreswert.
Das schlechter als der Planwert ausgefallene Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft ist insbesondere auf die negative Entwicklung einzelner Engagements zurückzuführen.
Drei erfolgreiche Gewinner:innen
Im Juni 2025 verliehen das Starthaus, ein Segment der BAB, und die Sparkasse Bremen gemeinsam den Bremer Gründungspreis. Die Preisträger:innen setzten sich in den drei Kategorien „Klassische Gründung/Unternehmensnachfolge“, „Startup“ sowie „Social/Nachhaltigkeit“ gegen zahlreiche Mitbewerber:innen durch.
In der Kategorie „Klassische Gründung/Unternehmensnachfolge“ überzeugte Spotlight Marketing die Jury. Das Bremer Unternehmen hat sich auf Social-Media-Recruiting spezialisiert und entwickelt sämtliche Kampagnen inhouse. Statt auf austauschbare Werbegesichter setzt das Team auf die authentische Darstellung der Mitarbeitenden seiner Kundenunternehmen. Mit diesem Ansatz gelingt es, potenzielle Bewerber:innen dort anzusprechen, wo sie sich tatsächlich aufhalten, und gleichzeitig Vertrauen sowie Glaubwürdigkeit aufzubauen.
Den Sieg in der Kategorie „Startup“ sicherte sich Marble Imaging. Das Unternehmen entwickelt hochauflösende Satellitenanalysen für Anwendungen in den Bereichen Klima, Geopolitik und Sicherheit. Ziel ist es, eine leistungsfähige europäische Alternative im Bereich der datengetriebenen Erdbeobachtung zu schaffen. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass der erste eigene Satellit bereits finanziert ist, sich im Bau befindet und planmäßig 2026 ins All starten soll.
In der Kategorie „Social/Nachhaltigkeit“ setzte sich Flexality durch. Das Unternehmen entwickelt intelligente Softwarelösungen für das Energiemanagement von Kälte- und Wärmeanlagen. Durch die flexible Steuerung des Energieverbrauchs werden Kosten gesenkt, Lastspitzen reduziert und gleichzeitig CO₂-Emissionen verringert. Der innovative Ansatz ermöglicht es Unternehmen, Energie dann zu nutzen, wenn sie besonders günstig und klimafreundlich verfügbar ist, und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Transformation der Wirtschaft.
Bremer Umweltpreis 2025
Seit 2015 verleiht die BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven auf Initiative des Bremer Umweltressorts und gemeinsam mit dem Netzwerk Umwelt Unternehmen alle zwei Jahre den Bremer Umweltpreis. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis steht unter der Schirmherrschaft der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft und würdigt herausragende Leistungen im betrieblichen Umwelt- und Klimaschutz.
Unterstützt wird der Bremer Umweltpreis von Partnern aus Wirtschaft und Klimaschutz, darunter Handelskammer Bremen, Handwerkskammer Bremen, energiekonsens, BIS, WFB und RKW Bremen.
Immer ein gutes Rezept für Bremen: Die Gewürzmischungen von O’India
O’India ist ein junges Bremer Unternehmen, das von Naranja und Ragulan Vijayakumar gegründet wurde. Die Idee: den echten Geschmack indischer Küche nach Deutschland bringen. Ausgangspunkt waren ihre eigenen Familienrezepte und die Erfahrung, dass viele hier erhältliche Currys wenig mit der Vielfalt und Tiefe der indischen Küche zu tun haben.
Die Gewürzmischungen werden aus sorgfältig ausgewählten Zutaten ohne Zusatzstoffe hergestellt und orientieren sich eng an traditionellen indischen Rezepturen. Das Ergebnis sind intensive, vielschichtige Currys, die sich von herkömmlichen Mischungen abheben. Statt standardisierter Massenware setzt O’India auf Qualität, Frische und traditionelle Aromen und bringt damit ein Stück gelebte Esskultur aus Indien direkt in die Bremer Küchen. In nur 15 Minuten lässt sich daraus ein authentisches Curry zaubern und einen dazu passenden Kochkurs bietet das junge Unternehmen natürlich auch an.