08.07.20 - Jann Raveling

Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen verfügbar




	Überbrückungshilfen  - jetzt verfügbar
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„Überbrückungshilfen“ heißen die neu aufgelegten Corona-Programme der Bundesregierung. Sie sollen kleine und mittelständische Unternehmen von Juni bis August unterstützen und können ab sofort beantragt werden.
Das neue Programm ist mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro ausgestattet. Es richtet sich an Soloselbstständige und Angehörige der freien Berufe (im Haupterwerb), Kleinunternehmen, den Mittelstand und – das ist neu – auch an gemeinnützige Unternehmen und Organisationen.

Wie hoch ist die Förderung?

Sie kann bis zu 150.000 Euro betragen, ist jedoch nach Unternehmensgröße gestaffelt:
  • Bis fünf Beschäftigte: 9.000 Euro
  • Bis zehn Beschäftigte: 15.000 Euro
Im Ausnahmefall sind höhere Beträge möglich, die sich am Bedarf orientieren.
Wichtig: Die Höhe der Hilfe richtet sich nach dem Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (April und Mai 2019).
Die Überbrückungshilfe gewährt in diesem Zeitraum einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von:
  • 80 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch
  • 50 Prozent bei Einbruch zwischen 50 und 70 Prozent
  • 40 Prozent bei Einbruch zwischen 40 und unter 50 Prozent
Die genauen Bedingungen können Sie auch auf dieser Seite eingesehen werden: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/ueberbrueckungshilfe-1759738

Im Gegensatz zu bisherigen Programmen können Sie die Überbrückungshilfe ausschließlich über Ihre Wirtschaftsprüfung, Buchprüfung oder Steuerberatung beantragen.

Welche Unternehmen können diese beantragen?

Kleine und mittelständische Unternehmen und Organisationen sowie Selbstständige, deren Geschäft zu wesentlichen Teilen durch die Corona-Pandemie eingebrochen ist. Das ist der Fall, wenn:
  • der Umsatz von April und Mai 2020 zusammengenommen 60 Prozent niedriger liegt als April und Mai 2019
  • falls Unternehmen erst später gegründet wurden, gelten November und Dezember 2019 als Vergleichsmonat
Das Unternehmen darf nicht vor dem 31. Dezember 2019, also vor der Corona-Pandemie, in wirtschaftlichen Schwierigkeiten geraten sein. 

Drei Beispiele für Überbrückungshilfen in Unternehmen:

Beispiel 1: Ein Handwerksbetrieb mit vier Angestellten
Sie führen einen Handwerksbetrieb mit vier Angestellten und hatten aufgrund der Corona-Pandemie Auftragseinbrüche. Im vergangenen Jahr haben Sie im April und Mai zusammengezählt 10.000 Euro Umsatz gemacht. 2020 haben Sie im April und Mai aber nur 4.000 Euro Umsatz gemacht. Jetzt können Sie Überbrückungshilfe beantragen! Sie erhalten maximal 9.000 Euro. Die tatsächliche Höhe richtet sich aber nach Ihren Fixkosten. Haben Sie zum Beispiel eine Miete in Höhe von 2.000 Euro im Monat, erhalten Sie eine Förderung von maximal 1.000 Euro (50 Prozent maximaler Zuschuss) pro Monat. Für weitere Fixkosten können Sie ebenfalls Zuschüsse erhalten.
Beispiel 2: Ein Diskobetrieb mit 20 Angestellten
Sie führen eine Diskothek mit 20 Angestellten. Aufgrund der Coronakrise dürfen Sie Ihr Geschäft nicht öffnen. Im vergangenen Jahr haben Sie im April und Mai zusammengezählt 50.000 Euro Umsatz gemacht. 2020 haben Sie im April und Mai 0 Euro Umsatz gemacht. Sie können Überbrückungshilfe erhalten! Die Höhe der Förderung ist auf 150.000 Euro festgelegt. Soviel benötigen Sie jedoch nicht. Ihr tatsächlicher Bedarf ist niedriger. Sie haben zum Beispiel Fix-Kosten für Miete Ihres Diskoraums (5.000 Euro), Versicherung (2.000 Euro) oder laufende Verträge (1.000 Euro), zusammen 8.000 Euro pro Monat. Jetzt erhalten Sie maximal 6.400 Euro Überbrückungshilfe pro Monat (80 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch).
Beispiel 3: Ein Restaurant mit neun Angestellten
Sie führen ein Restaurant mit neun Angestellten. Aufgrund der Coronarkise kamen weniger Gäste in Ihr Restaurant als sonst. Im vergangenen Jahr haben Sie im April und Mai zusammengezählt 8.000 Euro Umsatz gemacht. 2020 haben Sie im April und Mai aber nur 6.000 Euro Umsatz gemacht. Sie können keine Überbrückungshilfe beantragen, da Ihr Umsatz mehr als 60 Prozent des Vorjahreszeitraums erreicht hat.

Für welche Zwecke können die Gelder genutzt werden?

Wie in den bisherigen Programmen auch sind sie für betriebliche Fixkosten (zum Beispiel gewerbliche Miete) vorgesehen. Für Lohnkosten, private Entnahmen oder variable Betriebsmittel können sie nicht verwendet werden.

Muss eine fälschlich gezahlte Förderung zurückgezahlt werden?

Am Ende des Zeitraums findet eine Prüfung durch Ihre Wirtschaftsprüfung, Buchprüfung oder Steuerberatung statt. Sollte der tatsächliche Umsatz in den drei Monaten höher sein als angegeben, müssen Gelder wieder zurückgezahlt werden.

Wie kann ich die Förderung beantragen?

Im Gegensatz zu bisherigen Programmen wird die Überbrückungshilfe ausschließlich über die eigene Wirtschaftsprüfung, Buchprüfung oder Steuerberatung beantragt. Diese haben alle erforderlichen Informationen und Hinweise, die für eine erfolgreiche Beantragung nötig sind.
Wir empfehlen Ihnen, Kontakt zu einem Fachbüro aufzusuchen.
Informationen dazu erhalten Sie zum Beispiel bei der Steuerberaterkammer Bremen: https://www.stbkammer-bremen.de/ oder dem Wirtschaftsprüferverband.

Darf sich die Förderung mit anderen Förderungen aus früheren Soforthilfeprogrammen überschneiden?

Wenden Sie sich hierzu bitte an Ihre Wirtschaftsprüfung, Buchprüfung oder Steuerberatung. Soforthilfen und Überbrückungshilfen können gegebenenfalls miteinander verrechnet werden, wenn zum Beispiel die Soforthilfen für April, Mai, Juni beantragt worden sind und die Überbrückungshilfen für Juni, Juli und August.

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