19.7.2018 - Corinna Laubach

Auf den Punkt

Wohnraumförderung

Generationengerecht, flexibel, bezahlbar: Wie ein Bremer Neubauvorhaben bundesweit Anerkennung findet

Ein weißes Haus von außen in der Bremer Neustadt
Das Pilotprojekt "Bremer Punkt" in der Bremer Neustadt © GEWOBA Sven Warnke

Er ist eine echte Erfolgsgeschichte - der "Bremer Punkt" heimste gleich zwei Auszeichnungen mit dem Deutschen Bauherrenpreis und dem Bremer Wohnbaupreis 2018 ein. Das Pilotprojekt bietet Lösungen für die städtebaulichen Herausforderungen in Sachen Wohnraum.

Wie kann ich komfortabel und dennoch bezahlbar wohnen? Eine Kernfrage, die die deutschen Mieter angesichts explodierender Kosten und wenig verfügbarem Angebot vor allem in den Städten umtreibt. Auch für die Wohnungsbaugesellschaften ist dies eine Schlüsselaufgabe. „Unsere Städte stehen vor Herausforderungen, auf die wir nicht nur architektonische, sondern auch gesellschaftliche Antworten erarbeiten müssen“, sagt Peter Stubbe, Vorstandsvorsitzender der Bremer Gewoba, Aktiengesellschaft für Wohnen und Bauen. Eine dieser Antworten ist der „Bremer Punkt“. Im Stadtteil Neustadt hat das Unternehmen einen Neubau mit acht öffentlich geförderten Wohnungen realisiert, der generationengerecht, flexibel und bezahlbar ist - und sich zudem in die gewachsenen nachbarschaftlichen Strukturen bestens einpasst. Lebensqualität im Quartier, auch das ist der Gewoba bei der Umsetzung ihrer Neubauprojekte wichtig. Der „Bremer Punkt“ zeigt exemplarisch, wie Wohnsiedlungen aus den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit hochwertigem und barrierefreien Wohnungsneubau aufgewertet werden können.

Gekonnte Revitalisierung

Die neuen Wohnungen sind nicht nur punktgenau in bestehende Nachbarschaften eingebettet, sie sind zudem dem heutigen Standard perfekt angepasst. Die Grundrisse lassen sich flexibel gestalten und bieten, so die Gewoba, den Mietern ein hohes Maß an Individualität und eine Anpassung an den persönlichen Raumbedarf und Zuschnitt der Räume. Der „Bremer Punkt“ gilt als Pilotprojekt für städtebauliche Ergänzungen.

In der August-Hinrichs-Straße unweit von Buntentor und Flughafen ist der kubusartige Neubau in serieller Holzbauweise entstanden. Der viergeschossige Bau erinnert an die Bauten der Nachkriegszeit um ihn herum - ist aber ein hochmodernes KfW-Effizienzhaus 55 und erweitert die Möglichkeiten der einstigen Zeilenbauten. Die realisierte Wohnfläche in dem Neubau beträgt insgesamt 428 Quadratmeter. Die nachträgliche Verdichtung von Grundstücken hat mit dem Bremer Punkt nicht nur in der Neustadt Einzug gehalten:

Aus dem Programm Bremer Punkt wurden außerdem fünf weitere Objekte in unterschiedlichen Größen gefördert.

Franz-Josef Meyer, Teamleiter Wohnraumförderung, BAB - Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven

Hohe Qualität und tragbare Kosten

„Den Bremer Punkt zeichnet ein Vorbildcharakter im Umgang mit Bestand und Neubau sowie in gesamtheitlicher Betrachtung von ästhetischen, technischen, ökologischen und gesellschaftlichen Aspekten aus“, heißt es im Urteil der Auswahlkommission des Deutschen Bauherrenpreises. Im Februar wurde die Gewoba mit dem 1. Preis in der Kategorie „Serielles und modulares Bauen“ für ihr Neubauprojekt „Bremer Punkt“ mit dem renommierten Preis in Berlin bedacht. Für das Wohnungsbauunternehmen und seine Bemühungen im sozialen Wohnungsbau eine wichtige Messlatte. Der Deutsche Bauherrenpreis gilt als wichtigste Auszeichnung im Bereich des Wohnungsbaus in Deutschland.

Ein weiteres weißes mehrstöckiges Gebäude
Bestens in bestehende Nachbarschaft eingepasst © GEWOBA Sven Warnke

Der Preis würdigt Wohnungsbauprojekte, die bei hoher Qualität und tragbaren Kosten ansetzen und dabei die gesellschaftliche Verantwortung der Wohnungswirtschaft hervorheben. Die Gewoba war gleich mit drei Neubau-Vorhaben nominiert. „Der Preis ist eine Bestätigung dafür, dass wir vieles richtig gemacht haben“, so Stubbe. Unterstützt wurde die Gewoba bei dem „Bremer Punkt“ mit einer Neubauförderung aus dem Wohnraumförderungsprogramm der BAB.  Der Deutsche Bauherrenpreis wird von der Arbeitsgruppe Kooperation, die aus dem Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW, dem Bund Deutscher Architekten BDA und dem Deutschen Städtetag besteht, ausgelobt und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Nukleare Sicherheit unterstützt.

Auch Preis aus Bremen

Zum vierten Mal wurde in diesem Jahr der Bremer Wohnbaupreis ausgelobt. Die Auszeichnung für vorbildlichen Wohnungsbau seitens des Land Bremen und der Bremer Architektenkammer hatte sich 2018 den Leitspruch „Qualität sichern, Vielfalt fördern, Gemeinschaft ermöglichen“ und würdigte Bauvorhaben, die neue Standards setzen. Insgesamt 50 Bewerbungen wurden hier eingereicht. Bremen sei ein Innovationsstandort für zukunftsweisenden Wohnungsbau, so die Bremer Senatsbaudirektorin Dr. Iris Reuther. In der Kategorie „Wohnquartiere und Quartiersansätze“ hat sich ebenfalls der „Bremer Punkt“ mit seiner praktischen Würfelform von 14 mal 14 Metern durchgesetzt und wurde im Mai ausgezeichnet. Architekt des neuen Haustyps ist im Übrigen das Büro LIN Architekten Urbanisten aus Berlin.

Partner für Bauen und Wohnen

Nicht nur bei Neubauvorhaben hat die BAB als Förderbank die passenden Darlehen für ihre Kunden parat. Rund um das Feld Bauen und Wohnen bietet die Bank zahlreiche Fördermöglichkeiten - von Modernisierungsmaßnahmen über altersgerechten Umbau bis zum kompletten Bauprojekt. Welche Angebote die passenden sein können, vermittelt auch der Förderlotse. BAB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter navigieren hier zielsicher und kostenlos die Kunden durch das gesamte für Wohnraum nutzbare Förderangebot, Bundes- wie Landesprogramme und stellen unverbindlich eine Übersicht zusammen. Der Förderlotse bietet wöchentlich eine Sprechstunde beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr im Siemens-Hochhaus an. Hier geht’s zum Förderlotsen.

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