19.10.2022 - Mona Fendri

Den Einbruch schwer machen

Wohnraumförderung

Sicherheits- und Fördermaßnahmen für den Einbruchschutz

Einbrecher versucht Tür aufzuhebeln
Ein guter mechanischer Einbruchschutz schützt vor ungewollten Gästen im eigenen Heim. © Pexels / Rafael Classen

Gerade in der dunklen Jahreszeit, wenn die Tage kürzer werden, sind Diebinnen und Diebe besonders aktiv. Ihnen geht es um den nächsten Einbruch, teure Güter oder Dinge, die sie zu Geld machen können. Möglichst schnell und spurlos soll es gehen. Doch die Polizei Bremen stellt in diesem Zuge auch fest, dass viele Menschen sicherheitsbewusster geworden seien und eine sehr hohe Anzahl der Einbrüche dementsprechend bereits beim Versuch scheitere. So ging laut der im April 2022 veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik 2021 die Zahl vollendeter Einbrüche in Bremen mit 470 Fällen um 171 Fälle (641 im Jahr 2020) zurück.

Verhaltenstipps der Polizei zur Prävention von Einbrüchen

Bei einem Einbruch ist nicht nur der Verlust von Wertgegenständen für die Betroffenen ein großer Schock. Das Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein, wiegt oftmals viel schwerer als der materielle Schaden. Einbrüche können zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit stattfinden, in der Dunkelheit ist es für Einbrechenden dennoch leichter, die Tat zu begehen. Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren für Beleuchtung bei Abwesenheit können dabei eine abschreckende Wirkung erzeugen.

Das Präventionszentrum der Polizei Bremen steht Bürgerinnen und Bürgern mit Rat und Tat zur Seite und nennt einige Verhaltenstipps, die man berücksichtigen sollte, damit es gar nicht erst zu einem Einbruchsversuch kommt. Dabei gilt es unter anderem, auch bei kurzer Abwesenheit darauf zu achten, dass alle Fenster und Türen verschlossen und abgeschlossen sind und dass mögliche Einstiegshilfen wie Leitern, Mülltonnen und Gartenmöbel gesichert und für Fremde nicht zugänglich sind. Schlüssel sollten niemals draußen versteckt sein und bei Verlust sollte das gesamte Schloss ausgetauscht werden.

Bei längerer Abwesenheit wie zum Beispiel einer Reise sollte man darauf achten, dass Außenstehende diese nicht mitbekommen. Zeitschaltuhren für Beleuchtung sind, wie oben erwähnt, eine sinnvolle Maßnahme, doch auch eingeweihte Nachbarinnen und Nachbarn, die ein Auge auf das Grundstück werfen und regelmäßig den Briefkasten leeren, sind eine willkommene Unterstützung. Rollläden sollten nicht die ganze Urlaubszeit über heruntergelassen sein – dies gibt potenziellen Einbrechenden Hinweise auf eine Abwesenheit. Eine ausführliche Liste von Verhaltenstipps kann bei der Polizei Bremen zur Rate gezogen werden.

Türen und Fenster werden immer sicherer

Neben diesen Verhaltenstipps sollten Bewohnerinnen und Bewohner auch auf einen guten mechanischen und zusätzlich einen elektronischen Einbruchschutz achten. Dieser ist mittlerweile normiert. Lassen sich ältere Tür- oder Fenstermodelle vergleichsweise schnell aufhebeln, beißen sich Kriminelle an neuen Modellen schnell die Zähne aus. Doch wer sein Haus vor Einbrüchen sicher machen möchte, steht oft vor einer Reihe von Fragen: Woher weiß ich, welche Sicherheitslösungen tatsächlichen Schutz garantieren? In welche Maßnahmen und Produkte soll ich investieren?

Hier leistet die polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes Abhilfe. Sie hat nämlich das K-EINBRUCH-Level veröffentlicht, das dabei hilft, die polizeiliche Empfehlungspraxis zu visualisieren. Diese Skala reicht von A + (optimaler Schutz) über B (ausreichender Schutz) bis C (unzureichender Schutz). Die drei Klassen A, B und C bilden die Level des mechanischen Schutzes ab. Das Plus steht für eine zusätzliche elektronische Überwachung. Grundsätzlich steht der mechanische Schutz an erster Stelle, da dieser die wesentliche Voraussetzung für einen wirksamen Einbruchschutz darstellt. Für eine wirksame mechanische Absicherung empfiehlt die Polizei geprüfte und zertifizierte Produkte nach der EU-Norm RC 2, dies entspricht dem K-EINBRUCH-Level B. Die RC 2 bietet bei einer Gelegenheitstat mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendrehern, Zangen oder Keil mindestens drei Minuten Widerstandszeit. Ein Premium-Schutz kann mit Produkten des K-EINBRUCH-Levels A erreicht werden, diese entsprechen der Widerstandsklasse RC 3.

Das K-EINBRUCH-Level soll die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, auf einen Blick das Schutzniveau eines Produktes zu erkennen, ähnlich dem Energielevel auf Elektrogeräten. Mittels einer einfachen Ampel-Visualisierung ist es für jede und jeden verständlich. Mit dem K-EINBRUCH-Level kann die Käuferin oder der Käufer selber die Produkte anhand des Wunschschutzniveaus auswählen und benötigt keinerlei Erklärung zu Normen oder Prüfnormen. So ist es einfacher, sich mit dem Thema Einbruchschutz zu befassen und den eigenen mechanischen Grundschutz zu stärken.

Visualisierung des K-Einbruch-Levels
Das K-EINBRUCH-Level soll Bürgerinnen und Bürger dabei helfen, das Schutzniveau eines Produktes auf einem Blick zu erkennen. © Polizeiliche Kriminalprävention

Elektronischer Einbruchschutz

Für viele Bremerinnen und Bremer ist der Einbau einer Einbruchmeldeanlage ein wichtiges Thema. Diese sollte allerdings nicht aus dem Baumarkt stammen und sie sollte fach- und normgerecht eingebaut werden. Wer fachliche Hilfe braucht, dem hilft die Polizei Bremen mit einem entsprechenden Verzeichnis. Mittlerweile gäbe es auch gute, funkbasierte Anlagen, so ein Tipp der Polizei. Das K-Einbruch-Level B+ kennzeichnet die von der Polizei empfohlene Kombination von mechanischem Schutz mit einer elektronischen Einbruchmeldeanlage.

Eine weitere Schutzmaßnahme ist der Einsatz von künstlicher DNA. Dabei handelt es sich um eine Flüssigkeit, die nur unter UV-Licht sichtbar wird und an Gegenständen, Kleidung und Haut haften kann. Aktuell nutzen diese rund 7.300 Bremer Haushalte und mehr als 200 Anwohnendeninitiativen. Doch wie wird das Eigentum geschützt? Ganz einfach: Gegenstände, die man schützen möchte, werden markiert. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, durch eine DNA-Analyse den entsprechenden Gegenstand der Eigentümerin oder dem Eigentümer zuordnen zu können. Eine effektive Maßnahme, denn Befragungen von Kriminellen ergeben, dass die Verwendung von künstlicher DNA eine zunehmend abschreckende Wirkung hat. Mit solch einer simplen Kennzeichnung verringert sich also das Risiko, Einbruchsopfer zu werden.

Fördermöglichkeiten für Einbruchschutzmaßnahmen

Ob Wohnung oder Haus – das eigene Heim einbruchssicher zu machen, kostet Geld. Es gibt diverse Programme mit Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen, die dabei unterstützen. Mit dem Programm „Rund ums Haus“ fördert die BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven mit der Durchleitung von Kfw-Mitteln Maßnahmen, um Immobilien nachhaltig zu erhalten und zu verbessern. Dieses vielseitige Förderprogramm besteht aus den vier Bereichen Einbruchschutz, altersgerecht Umbauen, energieeffizient Sanieren und Wasser nach Plan, die bis zur maximalen Fördersumme kombinierbar sind. Gefördert werden Privateigentümer:innen von selbstgenutzten oder vermieteten Wohngebäuden oder Eigentumswohnungen, in Form von zinsgünstigen Annuitätendarlehen bis zu 50.000 Euro. Zusätzlich dazu werden Wohnungseigentümergemeinschaften mit 50.000 Euro pro Wohneinheit, maximal 750.000 Euro gefördert.

Beim Thema Einbruchschutz legt das Kfw-Förderprogramm 159 den Fokus auf die Nachrüstung. So werden unter anderem einbruchhemmende Türen (zum Beispiel durch die Nachrüstung von Zusatzschlössern), einbruchhemmende Fenster (unter anderem durch das Nachrüsten mit drehgehemmten Fenstergriffen), der Einbau einbruchhemmender Rollläden oder Gitter und der Einbau von Alarmanlagen gefördert. Elektronische Anreizsysteme, wie zum Beispiel Gegensprechanlagen mit Videosystem oder Außenbeleuchtung, können durch das Darlehen „Altersgerecht Umbauen“ gefördert werden. Ein kompletter Austausch von Fenstern und Türen ist im Rahmen der energieeffizienten Sanierung möglich.

Förderlotse Björn Jantzen steht für Ihre Fragen zur Verfügung. © Jens Lehmkühler

Dabei ist wichtig, dass die Antragstellung vor Beginn des Vorhabens erfolgt. Alle Maßnahmen zum Einbruchschutz müssen technischen Mindestanforderungen entsprechen und sind durch spezialisierte Fachunternehmen durchzuführen. Förderfähig sind für die KfW Türen und Fenstertüren ab Widerstandsklasse RC2 (K-EINBRUCH-Level B).

Eine weitere Möglichkeit bieten die Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Zwar fördert dieses keine direkten Maßnahmen für den Einbruchschutz, doch in Kombination mit einer energetischen Sanierung – zum Beispiel im Rahmen eines Fenster- oder Türenaustauschs – ist eine Förderung durchaus möglich.

Sie möchten wissen, welche Förderungen für Sie in Frage kommen, um Ihr Heim zu schützen und nachhaltig zu verbessern? Unsere Förderlotsen beraten Sie dazu kostenfrei. Einen Termin können Sie unkompliziert per E-Mail oder telefonisch unter der 0421 361-83573 vereinbaren.

Unter dem Motto „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“ findet der „Tag des Einbruchschutzes“ jährlich am Tag der Zeitumstellung statt – dieses Jahr am 30. Oktober. Gemeinsam mit der BAB bietet die Polizei Bremen an diesem Tag mehrere Vorträge und Informationsveranstaltungen zum Thema Einbruchschutz an. Interessierte erhalten wertvolle Tipps, wie sie sich in ihrem Zuhause von ungebetenen Gästen schützen können und welche Förderungen zur Verfügung stehen.

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