5.8.2020 - Jann Raveling

Tätern den Einbruch schwer machen

Wohnraumförderung

Präventionszentrum der Polizei Bremen berät zu Einbruch und Sicherheit

Ein Tor mit einem geschlossenen Vorhängeschloss
Professioneller Einbruchsschutz sieht anders aus - wir zeigen wie
Die Gelegenheiten sind vielfältig: Wenn man sich fröhlich auf in den Urlaub macht, auf dem Weihnachtsmarkt bei Glühwein und Keksen auf das Fest einstimmt oder auch wenn es anfängt, wieder früher dunkel zu werden, dann haben Bremens Diebe insbesondere zwischen 16 und 18 Uhr etwas ganz anderes im Sinn. Ihnen geht es um den nächsten Einbruch, teure Güter oder Dinge, die sie zu Geld machen können. Möglichst schnell und spurlos soll es gehen, sagt Jürgen Schöttke. Der 61-jährige Polizist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Feld und konstatiert: „Die Menschen sind sicherheitsbewusster geworden. Das eigene Haus wird besser geschützt. Eine sehr hohe Anzahl der Einbrüche scheitert im Einbruchsversuch.“ Mit Zahlen unterfüttert meint dies, dass es derzeit 43,7 Prozent sind, bei denen Täter an gut gesicherten Türen oder Fenstern aufgeben. Vor wenigen Jahren waren das noch 38,3 Prozent.

Türen und Fenster werden immer sicherer

Der Einbruchsschutz ist mittlerweile normiert. Lassen sich ältere Tür- oder Fenstermodelle vergleichsweise schnell aufhebeln, beißen sich Einbrecher an neuen Modellen schnell die Zähne aus. EU-Norm RC 1-6 meint das in der Fachsprache. „Bei Neu- und Umbauten hat man mit der Klasse RC 2 einen guten Schutz“, sagt Kriminalhauptkommissar Schöttke. RC 2 spiegele auch die Erfahrungen einer guten, massiven Tür in der Beratung wieder. Eine gute Grundqualität der Tür, Wandanbindung mit stabilen Zargen, stabiles Türblatt, sehr gute Verriegelung und eine sehr gute Bolzenverriegelung, zählt Schöttke die Vorteile auf. Wer glaubt, dass Einbrecher nicht einfach so mit einem Kuhfuß ein Fenster oder eine Tür aufbrechen können, der darf im Präventionszentrum der Polizei, Am Wall 195, selber Hand anlegen. „Das geht ruckzuck“, so der Experte. Ältere Tür- und Fenstermodelle lassen sich problemlos tauschen oder im Zuge einer energieeffizienten Sanierung nachrüsten.

Jürgen Schöttke
Jürgen Schöttke, Kriminalhauptkommissar © Polizei Bremen

Für ein Drittel spielt Einbruchsschutz eine Rolle

Auch Björn Jantzen, Projektleiter Energieeffizienz bei der BAB, stellt Fenster und Türen in den Blickpunkt. Er steht mit dem Kommissar in engem Austausch. „Das sind schlichtweg die Einfallstore ins Haus“, betont Jantzen und ergänzt: „Wir empfehlen jedem in unseren Beratungen, Einbruchsschutz mitzudenken.“ Bei 75 Beratungen spielte bei einem Drittel der Kunden in diesem Jahr der Einbruchsschutz eine Rolle. Für Bremer gibt es über die KfW-Programme Möglichkeiten zu Zuschüssen oder an Darlehensprogrammen teilzunehmen. Kostenlos berät die BAB über den Förderlotsen zu den jeweiligen Möglichkeiten. Gut zehn Prozent der Baukosten fließen in die Sicherungstechnik, so Jantzen. Zehn Prozent, die sich bezahlt machen (können).

Keine Sache von Sekunden

Stabile Türen und Fenster mit „durchwurfhemmender Verglasung“, die durchaus auch einem Gullydeckel standhalten, machen den Einbruch schwer. 70 Prozent der Täter versuche sich Zutritt durch das Aufhebeln von Fenstern und Türen zu machen. „Wer jedoch schon am Eingang an der Sicherheitstechnik scheitert, der kommt mit seinem Schraubendreher und Kuhfuß nicht weit“, weiß Schöttke. Aus Sicht der Polizei seien aber auch ganz einfache Tricks wirkungsvoll, damit ein Einbruch keine Sache von Sekunden ist. Oberste Prämisse: „Täuschen Sie Anwesenheit vor.“ Zeitschaltuhren, aufmerksame Nachbarn, keine überfüllten Briefkästen. Es sind die zeitlosen Tipps, die immer noch wirksam sind - auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung.

Die Menschen sind sicherheitsbewusster geworden. Das eigene Haus wird besser geschützt.

Jürgen Schöttke, Präventionszentrum Polizei Bremen

Alarmanlagen, Künstliche DNA und Alexa

Ein Thema ist für viele Bremer auch der Einbau einer Einbruchmeldeanlage. „Die sollte allerdings nicht aus dem Baumarkt sein und fachgerecht projektiert und normgerecht eingebaut werden“, so Jürgen Schöttke. Wer fachliche Hilfe braucht, dem kann die Polizei mit einem entsprechenden Fachverzeichnis unterstützen. Dort sind Firmen aufgeführt, die sich bewährt haben. „Es sollte ein qualitativer und fachgerechter Einbau sein“, so Schöttke und betont: „Finger weg von Billiganlagen.“  Mittlerweile gäbe es auch gute, funkbasierte Anlagen. Ein weiterer Erfolg sei der Einsatz von Künstlicher DNA. „Das ist ein Projekt aus England, das erfolgreich in Bremen läuft“, sagt Schöttke. Aktuell nutzen rund 7.500 Bremer Haushalte und 220 Anwohnerinitiativen diese Markierungsmöglichkeit des eigenen Eigentums. „Die Künstliche DNA kann man bei Karstadt kaufen. Bis zu 50 Gegenstände lassen sich damit markieren, beispielsweise Schmuck, Gemälde, Elektronik“, listet Schöttke auf. Mit solch einer simplen Kennzeichnung verringert sich das Risiko, Einbruchsopfer zu werden. Auch ein Wertsachenverzeichnis mit Quittung, Kennnummer und -zeichen zu führen, sei ein effektiver erster Schritt. Und was sagt der Experte zu „Alexa“? „Für die Hausautomation oder die Kaffeemaschine ist das System sicherlich geeignet, nicht aber für den Einbruchsschutz“, betont Jürgen Schöttke. Wer auf den Sprachroboter nicht verzichten wolle, dem empfiehlt er ein zweites, Passwort geschütztes WLAN eigens für Alexa.

Björn Jantzen
Förderlotse Björn Jantzen © BAB

Nutzen Sie den kostenlosen Förderlotsen der BAB mit Informationen zu allen in Bremen abrufbaren Förderprogrammen im Bereich Bau, Kauf und Sanierung von Wohnraum: Björn Jantzen, Projektleiter Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, 0421 9600-454, foerderlotse@bab-bremen.de

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