12.8.2022 - Jann Raveling

Was aus den Bremer Umweltpreis-Träger:innen geworden ist

Umweltinnovationen

Ausgezeichnete Umweltprojekte aus der Hansestadt

3 Menschen
Die Gewinner:innen des Bremer Umweltpreises 2017, 2019 und 2021 © BAB

Roboter, die Pflanzen mit Lasern zerschneiden, Boote aus nachwachsenden Rohstoffen und das nachhaltige Hotel von morgen – das sind nur einige der Gewinnerideen des Bremer Umweltpreises. Aber wird aus einer guten Idee auch ein erfolgreiches Geschäftsmodell? Wir haben einmal nachgehakt.

Wirtschaftlich nachhaltig und gut für die Umwelt: Der Bremer Umweltpreis schafft ein Bewusstsein für unser Umfeld von morgen. Alle zwei Jahre wird der mit 10.000 Euro dotierte Preis von der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven vergeben.

Wir haben die Gewinnerinnen und Gewinner der letzten Jahre gefragt: Wie ist es Ihnen ergangen?

2021: im-jaich oHG Wasserwelten

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Nachhaltig handeln, aber auch andere zu Nachhaltigkeit motivieren – das hat sich das Bremerhavener Hotel und Boardinghouse im-jaich oHG Wasserwelten vorgenommen. Das Nachhaltigkeitsmanagement bezieht Gäste, Lieferant:innen und Mitarbeitende mit ein und motiviert sie, nachhaltiger zu leben. Dazu hat sich das Unternehmen mit der Wissenschaft für gezielte Feldstudien zusammengetan.

„Die Verleihung des Bremer Umweltpreis 2021 war für uns in mehrfacher Hinsicht sehr bedeutsam. Zum einen wurde dadurch die mediale Sichtbarkeit unserer Forschungsergebnisse und unseres strategischen Ansatzes der transformativen Unternehmensführung deutlich erhöht. Dies hilft uns der Thematik, wie soziale Normen in Unternehmen das Umweltverhalten von Mitarbeitenden prägen, eine breitgefächerte Aufmerksamkeit zu bereiten und somit Veränderungsimpulse auch bei anderen Stakeholdern zu setzen“, so Hans Jaich, Geschäftsführender Gesellschafter.

Und führt fort: „Der Bremer Umweltpreis ist ein wirksames Instrument, um inspirierende Akteur:innen sichtbar zu machen. So haben wir von den anderen nominierten Unternehmen wertvolle Anregungen erhalten und konnten unser Netzwerk um kreative Mitstreiter für die Transformation erweitern.“

2019: Bock Bio Science GmbH

Durchbruch im Labor
Bock Bio Science leistet Pionierarbeit in der Pflanzenzucht der Zukunft. © Bock Bio Science

Viele Nutzpflanzen werden heute über Ableger, Sprösslinge oder Stecklinge vermehrt. Ein arbeitsaufwendiger Prozess, der deshalb vorwiegend in Niedriglohnländern stattfindet. Um die hohen Transportkosten und -emissionen zu sparen, hat Bock Bio Science ein Robotersystem entwickelt, das Pflanzen automatisch und mit künstlicher Intelligenz beschneidet, sortiert und verpflanzt.

„Wir haben mit der RoBoCut-Technologie ein neues Unternehmen, die RoBoTec PTC GmbH, gegründet und beschäftigen dort bereits rund zwölf Mitarbeitende vorrangig im Software Development, der Programmierung von Pflanzen- Bilderkennung und KI-Prozessen zur individuellen Einzelfertigung und der Vermehrung von Pflanzen mit Laser“, erzählt Geschäftsführerin Friederike von Rundstedt.

Mittlerweile sind drei Pilotsysteme bei Erstkund:innen in der Erprobung und RoBoTec arbeitet an der Fertigung von Seriensystemen, die ab 2024 im Markt verkauft werden. Dabei warten die größten Pflanzenzüchtenden der Welt auf die RoBoCut Serienmodelle, um zukünftig umweltgerecht vor Ort mehr Pflanzen produzieren zu können

An dieser Entwicklung hat auch der Bremer Umweltpreis seinen Anteil, so von Rundstedt:

„Der angesehene Umweltpreis hat eine positive Wirkung sowohl nach innen ins Team, als auch nach außen. Auch im derzeit laufenden Prozess der Investor:innenansprache sind Auszeichnungen und Preise „Pfunde“, mit den man gern wuchert, da sie die Tragweite unserer Erfindung herausstellen und untermauern. Der Stellenwert des Preises ist insofern für uns sehr hoch und wir sind stolz, diese wichtige Auszeichnung für uns gewonnen zu haben.“

2017: Greenboats GmbH

Deimann
Friedrich Deimann setzt auf naturfaserverstärkte Kunststoffe © BAB / Frank Pusch

Leicht, modern und nachhaltig – mit seinen Segelbooten hat der Bremer Friedrich Deimann in der Yachtwelt für große Wellen gesorgt. Er setzt auf sogenannte naturfaserverstärkte Kunststoffe (NFK). Im Gegensatz zu Glasfasern (GFK) bestehen sie aus nachwachsenden Rohstoffen wie Flachs oder Kork und sparen CO2-Emissionen ein.

Aus dem ersten Prototyp, der Segelyacht „GreenBente24“, ist heute ein wachsendes Unternehmen geworden: „Seit dem Gewinn des Bremer Umweltpreises haben wir unsere Produktpalette kontinuierlich erweitert. Neben Marine-Applikationen entwickeln wir jetzt auch nachhaltige Leichtbau-Lösungen für andere Branchen, zum Beispiel Gondeln für Windkrafträder oder aktuell die Verkleidung für eine Einschienenbahn. Darüber hinaus arbeiten wir an einem stetig wachsenden Portfolio an universellen Bauteilen wie Platten, Rohren und Verbindungselementen, welche die Adoption unserer Technologien für die Nutzer:innen erleichtern“, so Geschäftsführer Friedrich Deimann.

Die Nachfrage nach naturfaserverstärktem Kunststoff nimmt seit Jahren stetig zu. Das junge Unternehmen musste mehrmals den Standort wechseln, um für Aufträge mehr Platz zu gewinnen. Derzeit arbeiten sie mit dem Bionik-Innovations-Centrum der Hochschule Bremen an einem Projekt, um Naturfaserplatten schneller und günstiger in einem industriellen Prozess produzieren zu können. Denn bisher wird vorwiegend in Handarbeit gefertigt.

„Der Gewinn des Bremer Umweltpreises 2017 hat dazu beigetragen, dass wir eine große Aufmerksamkeit für unser damals noch junges Unternehmen erhielten und auch der Preisgewinn war ein willkommener Bonus für uns als Start-up“, resümiert Deimann heute.

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