5.3.2021 - Jann Raveling

11 Energieeffizienz-Tipps für Unternehmen

Wirtschaftsförderung

Energie sparen mit einfachen Mitteln – erfolgreich investieren in Energieeffizienz

Eine Glühbirne hängt von der Decke
Licht ist einer der größten Energieverbraucher in Unternehmen - und birgt großes Einsparpotenzial

Energieeffizienz-Tipps sparen Unternehmen bares Geld. Schon nach kurzer Zeit rentieren sich Investitionen und senken damit die Betriebskosten erheblich. Das gilt für Arztpraxen und Bäckereien genauso wie für industrielle Großbetriebe. Nur der Maßstab ändert sich.

Einsparpotenziale gibt es in jedem Unternehmen. Von der Steckerleiste im Büro bis hin zur Druckluftanlage in der Produktionshalle, es lohnt sich, jeden Prozess und jeden Verbraucher einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Denn Energieeffizienz heißt letztendlich: Betriebskosten senken und die Wirtschaftlichkeit erhöhen.

Unsere 11 Energieeffizienz-Tipps

#1 Berater ins Unternehmen holen

Ein prüfender Blick von außen ist Gold wert. Unabhängige Energieberater erkennen mit ihren Argusaugen jede Energieverschwendung und jedes Einsparpotenzial. Und das ohne Mehrkosten: Die Bremer Klimaschutzagentur energiekonsens bietet kostenlose Beratungen für Unternehmen. Ihre so genannten „energievisiten“ werden zu verschiedenen Themen wie zum Beispiel Druckluft, Lüftung, Heizung oder Beleuchtung angeboten. Gemeinsam mit den Unternehmen erfassen die Energieprofis das Einsparpotenzial, schlagen geeignete Maßnahmen vor oder geben Tipps zu Förderprogrammen.

Grafik zum Stromverbrauch in Serverräumen: 50 % zum Serverraum und 50 % für Klimaanlage, Beleuchtung etc.
Die Hälfte des Strom für Serverräume brauchen Kühlung und Beleuchtung © energiekonsens

#2 Serverraum-Kühlung überprüfen

Viele Unternehmen haben ihre eigene IT-Infrastruktur im Haus eingerichtet. Die befindet sich zumeist im eigenen Serverraum. Oftmals kühlt dort eine Klimaanlage selbst im Hochsommer den Raum auf 18 Grad herunter – und das ist teuer. Bis zu 50 Prozent des Stroms, der im Serverraum benötigt wird, verbraucht die Infrastruktur wie Kühlung, Lüftung oder Beleuchtung. Unser Effizienz-Tipp: Indem die Maximaltemperatur auf bis zu 26 Grad hochgestellt wird, lässt sich eine enorme Energiemenge sparen, ohne dass die EDV-Anlage darunter leidet.

#3 Heizung richtig einstellen

Bibbern im Winter spart Geld – wirkt sich aber recht schnell auf die Mitarbeiterzufriedenheit aus. Das empfehlen wir daher nicht. Dennoch lässt sich mit dem richtigen Heizsystem viel Energie sparen. Ist es falsch eingestellt, heizt es zu falschen Zeiten, etwa während der Betriebsferien, im Sommer oder nachts, verbrennt es im wahrsten Sinne des Wortes bares Geld. Alte Heizungen durch neue zu ersetzen ist ebenfalls in vielen Fällen eine gute Investition – sollte aber von Experten genau durchgerechnet werden (z. B. im Rahmen einer energievisite, siehe Tipp 1). Um den Finanzaufwand zu stemmen, unterstützen Förderprogramme fleißige Renovierer, die von Bund und Ländern angeboten werden (siehe Tipp 11).

#4 Stromverbraucher erkennen und beobachten

Licht, Wärme und Standby – manche Stromverschwender lassen sich schnell ausmachen. Bei anderen ist das nicht so einfach: Verbraucht eine Produktionsmaschine unverhältnismäßig viel Strom? Nur, wer genau auf seine Geräte schaut und Verbräuche analysiert, kann qualifizierte Aussagen treffen. Ein guter Tipp: Stromzähler ausleihen und selbst einmal nachmessen!

#5 Kühlung pflegen

Im Lebensmittelhandel, in der Floristik oder im klimatisierten Büro: Kälteanlagen bergen häufig Energieeinsparpotenziale. Werden sie nicht regelmäßig gewartet und gepflegt, steigt der Stromverbrauch, da Wärmetauscher verstopfen, Filter dicht sitzen und Kühlmittel auslaufen. Und wenn der Kältetechniker vorbeischaut – gleich einmal nach Nachrüstmöglichkeiten fragen, um die Energieeffizienz zu steigern!

#6 Druckluftanlagen überprüfen

Wer Druckluft in seiner Produktion einsetzt, weiß: Sie verbraucht enorme Energiemengen. Sie gehört zu den größten Stromverbrauchern in der Industrie. Einfach darauf zu verzichten, ist aber in vielen Fällen unmöglich. Regelmäßige Wartung und Kontrolle der gesamten Anlagen sind daher ein absolutes Muss. Jedes Leck kostet Geld. Auch eine Absenkung des Drucks um einen Bar spart bereits mehrere Prozent Energie ein. Höhere Anschaffungskosten für effizientere Geräte können sich schon nach wenigen Jahren auszahlen – ebenso wie ein ausführlicher Leckage-Check.

#7 Beleuchtung auf LED umstellen

Seit 2012 hat die gute alte Glühbirne mit Leuchtfaden ausgedient. LEDs sind mittlerweile in Privathaushalten Standard. Was viele nicht wissen: Auch gegenüber den in Büros und Produktionsanlagen häufigen Leuchtstoffröhren sparen moderne LEDs – auch als LED-Röhren bezeichnet – mehr als 50 Prozent der Stromkosten. Denn sie sind energieeffizienter und produzieren zudem weniger Wärme. Ihre höheren Anschaffungskosten holen sie schon nach drei bis fünf Jahren wieder ein und können dann in mittelständischen Industriebetrieben jährlich Einsparungen im vierstelligen Bereich erzielen. Aber auch in kleinen Arztpraxen oder Bäckereien machen sich geringere Stromkosten schnell bemerkbar.

Grafik zu Steckerleisten: 10 Euro teurer, 10 % der Stromkosten gespart
Die Anschaffungskosten von abschaltbaren Steckerleisten rentieren sich schon nach kurzer Zeit © energiekonsens

#8 Strom im Büro sparen

Kleinvieh macht auch… na, Sie wissen schon. Steckdosenleisten abends abzuschalten ist wahrlich kein neuer Tipp, in vielen Büros wird er aber nach wie vor gern vergessen. Rechner und Bildschirme im Standby-Modus verbrauchen zwar nur minimale Energiemengen, diese addieren sich jedoch schnell zu messbaren Größen! Bei Neuanschaffungen sollten Sie zudem darauf achten, Geräte mit höchster Energiesparklasse zu kaufen. Auch bei Kaffeemaschinen, Warmwasser und Lüftungsgewohnheiten lassen sich mit dem richtigen Verhalten enorme Mengen Energie einsparen.

#9 Solaranlage installieren

Photovoltaikanlagen werden immer effizienter, gleichzeitig sinken die Anschaffungskosten. Günstiger und zugleich umweltfreundlicher Strom – was will man mehr? Voraussetzung für eine eigene Solaranlage ist ein entsprechender Eigenstromverbrauch sowie ein zugängliches Dach in guter Sonnenlage, auf dem über lange Zeit hinweg die Paneele unverändert stehen können. Ein weiterer Vorteil: Das eigene Kraftwerk auf dem Dach senkt die Abhängigkeit von Stromkonzernen und den stetig steigenden Energiekosten. Aufgrund der hohen Initialkosten ist Photovoltaik ein Langzeitprojekt und sollte daher genauestens geplant und durchgerechnet werden. Einen unabhängigen Check bietet die energievisite zum Thema Solar (Tipp 1).

#10 Informieren, interessieren und lernen

Ist das Tagesgeschäft drängend und dank der guten Auftragslage Zeit ein wertvolles Gut? Energieeffizienz wird selten eine hohe Priorität beigemessen. Wer jedoch vorsorgt, profitiert in schlechten Zeiten. Manche Investitionen machen sich sofort bemerkbar – andere benötigen jedoch einige Jahre, bis sie anschlagen. Dran bleiben! Dazu gehört auch, sich und seine Angestellten zu informieren und zu sensibilisieren. Jeder kann Energie einsparen. Ob es das Licht, die Steckerleiste oder das richtige Lüften betrifft. Kostenlose Informationen und Fachveranstaltungen bieten dabei Institutionen wie etwa energiekonsens in Bremen.

#11 Förderungen nutzen

Bevor der Energieverbrauch und die Kosten gesenkt werden können, muss oft zunächst investiert werden. Mit unseren Förderprogrammen helfen wir Unternehmen, freischaffend Tätigen und auch Vereinen, diese Hürde zu überwinden.

Und jetzt sind Sie an der Reihe! Legen Sie gleich los oder vereinbaren Sie einen Beratungstermin, kostenlos und unverbindlich.

Einfach hier anrufen:
Energiekonsens: Nadia Bremer, Projektmanagerin, 0421 376671-75
BAB: Ansgar Wilhelm, Leiter Firmen- und Geschäftskunden, 0421 9600-419

Sie wollen Ihr Eigenheim energetisch sanieren? Die BAB fördert nicht nur gewerbliche Investitionen! Nutzen Sie den kostenlosen Förderlotsen der BAB mit Informationen zu allen in Bremen abrufbaren Förderprogrammen im Bereich Bau, Kauf und Sanierung von Wohnraum: Björn Jantzen, Projektleiter Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, 0421 9600-496, bjoern.jantzen@bab-bremen.de.

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