2.8.2023 - Vanessa Roth

Digitalisierung in der Kulturszene und Veranstaltungsbranche

Wirtschaftsförderung

Welche Digitalisierungsmaßnahmen in Kultur- und Veranstaltungsstätten im Land Bremen umgesetzt worden sind – vier Beispiele zeigen, was möglich war.

Mit der Förderung von Digitalisierungsmaßnahmen sollten öffentliche Veranstaltungs- und Kulturstätten im Land Bremen unterstützt werden, sich pandemieresilient, nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen – wir zeigen was vier Beispiele aus dem Land mit der Förderung gemacht haben. 

Um für das Publikum und Musiker:innen oder Bands eine attraktive Veranstaltungslocation zu bleiben, nutzte das Modernes Bremen das Förderprogramm, um in neue Veranstaltungstechnik zu investieren. So konnten die Betreiber ein neues Ton-Mischpult und eine neue Lichtsteuerungsanlage anschaffen. Sascha Lembke kümmert sich im Modernes um die Technik und erklärt: „Wir hatten vorher kein Ton-Mischpult, weil diese Geräte sehr kostspielig sind, und eine Lichtsteuerungsanlange gab es zwar, aber die war schon älter und entsprach nicht dem Industriestandard.“ Früher habe man sich diese Geräte deshalb bei externen Anbietenden leihen müssen. Gefördert wurde außerdem die Umstellung auf LED-Lampen, die digital ansteuerbar und viel energiesparender sind. Was das für Musiker:innen, Bands und Publikum bedeutet, erfahrt ihr hier.  

Zwei Männer mit Brillen stehen lächelnd hinter einem großen Mischpult, einer hält ein Tablet in der Hand.
Edu Woltersdorff und Sascha Lembke mit dem neuen Mischpult. © BAB / Jan Rathke
Ein Mann mit Brille in einem hellen Hoody steht oberhalb eines großen Bühnenraumes mit Tischreihen.
FRITZ-Gründer und -Geschäftsführer Christopher Kotoucek und sein Team bringen eine bunte Mischung aus Musik-Komödien, Varieté, Konzerten, Comedy, Travestie und Shows aller Art, Party und mehr auf die Bühne. © BAB / Jan Rathke

Auch das FRITZ Theater Bremen hat das Förderprogramm genutzt, um die technische Ausstattung zu optimieren. So konnten sie zum Beispiel 30 Jahre alte Scheinwerfer gegen LED-Technik austauschen, die eine Menge Energie einspart. „Man könnte sagen, dass wir bei der Lichttechnik von Effizienzklasse C auf A gewechselt sind“, so der Geschäftsführer Christopher Kotoucek. Neben den Scheinwerfern wurde auch im FRITZ Theater eine neue Tonanlage installiert, das Kassensystem für die Gastronomie ausgetauscht und eine Ticketing Software eingeführt. Ob noch mehr umgestellt wurde? Erfahrt ihr in unserem Beitrag

Modernisiert werden sollen gleich drei Bereiche: Vertrieb / Besucher:innenservice, Videotechnik und Verwaltung. Das hat sich das Theater Bremen auf die Fahne geschrieben und mithilfe des Förderprogramms umgesetzt. Dazu hat unter anderem der Web Shop neue Features erhalten, die es ermöglichen, eine virtuell begehbare 3D-Darstellung aufzurufen, die die Räumlichkeiten besser darstellt und den Blick auf die Bühne ermöglicht. Auch bei Absagen einer Veranstaltung ist dies nun per Knopfdruck möglich. Auch Vorort im Theater werden Besucher:innen nun einige Updates erfahren wie zum Beispiel Scanner-Säulen im Eingangsbereich. Und damit nicht genug: Der größte Teil der Investition geht in den Bereich der Videotechnik. Dafür sind unter anderem mehr Bildschirme geplant sowie Technik, um das Streaming des Bühnenbilds zu ermöglichen. Was im dritten Bereich, der Verwaltung des Theaters, passiert ist, erfahrt ihr hier

Das Bremer Theater am Goetheplatz von außen.
Das Theater Bremen bietet seinem Publikum Programm in den vier SpartenMusiktheater, Schauspiel, Tanz sowie Junges Theater. © WFB / Carina Tank
Holger Wenke (links) ist kaufmännischer Geschäftsführer des Kulturbüros, Malte Prieser für die programmatische Geschäftsführung zuständig.
Holger Wenke (links) ist kaufmännischer Geschäftsführer des Kulturbüros, Malte Prieser für die programmatische Geschäftsführung zuständig. © Kulturbüro

Wer dachte, dass 30 Jahre alte Scheinwerfer wie im FRITZ Theater eher zur Seltenheit gehören, wurde im Kulturbüro Bremen-Nord ebenfalls fündig. Durch das Förderprogramm konnte die veraltete Technik modernisiert werden. „Die Technik in unseren Häusern ist zum Teil 40 Jahre alt“, sagt Holger Wenke, Geschäftsführer des Kulturbüros, dazu. Dies führe bei Veranstaltungen immer wieder zu Problemen. So muss das Kulturbüro auch bei Pop- und Rockkonzerten bis zu 70 Prozent des notwendigen Equipments bei externen Dienstleistern mieten, was erhebliche Kosten und Mehraufwand bedeutet. Um das zu ändern, wurde eine moderne Licht- und Tontechnik wie zum Beispiel Line-Array-Lautsprecher zur besseren Beschallung angeschafft. Alle Häuser erhalten zudem ein digitales Schließsystem, dass mittels Transponder funktioniert. Der Vorteil: Bei Verlust des Schlüssels müssen nicht gleich kostspielig alle Schlösser ausgetauscht, sondern nur der Chip deaktiviert werden. Erfahrt im ausführlichen Bericht mehr über die Umsetzungen im Kulturbüro Bremen Nord. 

"Bremen DIGITAL" ist ein Förderprogramm für die Kultur- und Veranstaltungsbranche. Eigentümer:innen und Betreiber:innen von Veranstaltungs- und Kulturstätten, die für eine breite Öffentlichkeit zugänglich sind, konnten eine Förderung für zukunftsweisende Digitalisierungsvorhaben ab 100.000 Euro beantragen. Umgesetzt wird „Bremen DIGITAL“ von der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven. Die Finanzierung der Förderungen erfolgt aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regional Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union. Die EU-Mittel wurden zur Unterstützung der Krisenbewältigung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie (REACT-EU) zur Verfügung gestellt.

Während bei „Bremen DIGITAL“ nur die Kultur- und Veranstaltungsstätten berücksichtigt worden sind, können mit dem Förderprogramm „Digitaler Mittelstand“ alle KMU im Land Bremen Digitalisierungsmaßnahmen in Höhe von bis zu 17.000 € fördern lassen. Dabei werden Maßnahmen gefördert, die 

  • zur Verbesserung von Arbeits- und Produktionsprozessen und -verfahren,
  • zur Verbesserung der Informationssicherheit oder
  • zur Qualifizierung von Beschäftigten beim Umgang mit digitalen Technologien, erbracht durch Dritte, 

dienen. 

Wenn das für euch interessant klingt, dann erfahrt ihr hier mehr. Übrigens: Der zinsgünstige und EFRE-finanzierte BAB Mikrokredit kann bei Bedarf von kleinen und mittelständischen Unternehmen ergänzend genutzt werden, um Startkapital zu erhalten und das Programm Digitaler Mittelstand nutzen zu können. 

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