20.10.17 - Corinna Laubach

So geht das heute: Mit Crowdfunding über die lokale Plattform Schotterweg können Projekte clever finanziert werden





	CMC Schotterweg - Band Lenna
WFB/Frank PuschMit dem erfolgreichen Crowdfunding auf Schotterweg konnte sich die Band Lenna ihren Probenraum finanzieren

Ideen verwirklichen – darum geht es, wenn man sich auf den Schotterweg begibt. Schotter steht hier keineswegs nur für steinige Brocken, sondern auch für das gewünschte (Klein)Geld, um die unterschiedlichsten Projekte realisieren zu können. Seit zwei Jahren haben Gründer, Erfinder und Kreative in Bremen und Bremerhaven die Chance, über die lokale Crowdfunding-Plattform Schotterweg der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven und der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, um finanzielle Unterstützung im Web zu werben. Der bisherige Schotterberg kann sich sehen lassen: Mehr als 330.000 Euro sind bislang in Startups und Projekte geflossen.

Eine Chance, die sich auch die Bremer Band „Lenna“ nicht hat entgehen lassen. Ohne den Schotterweg würde sie immer noch in einem zehn Quadratmeter kleinen Raum proben, so Fynn Lammers. Er und seine Bandkollegen wollen endlich durchstarten und die Bühnen Deutschlands erobern. Für sie unerlässlich auf diesem Weg: ein eigener Probenraum; finanziert über Crowdfunding. Insgesamt 5.000 Euro wollte die Band einwerben und konnte mit ihrem Auftritt auf der Internetplattform viele Unterstützer für ihr Projekt gewinnen. 5.215 Euro waren es am Ende der Laufzeit und die Band konnte damit den Traum vom Probenraum direkt angehen. Mittlerweile proben die Musiker in ihrem neuen Domizil, einem umgebauten alten Stall. „Das Tolle an den Crowdfunding-Projekten ist, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, ein Projekt zu finanzieren, unabhängig davon wie viel er spendet“, sagt Fynn Lammers.

Zwei erfolgreiche Jahre - Tendenz steigend

Vor allem Kreative nutzen die Plattform gern für ihre Ideen –  Theaterprojekte, Filmproduktionen, CD-Einspielungen. Um das große Geld geht es selten. Doch auch kommerzielle Startups und soziale Projekte werden über den Schotterweg beworben. Die Projektvolumen sind auf der regionalen Crowdfunding-Page höchst unterschiedlich. Von wenigen hundert Euro bis Summen im sechsstelligen Bereich war schon alles dabei. Das Interesse am Schotterweg ist groß, viele Projekte konnten in den zwei Jahren seit dem Launch auf den Weg gebracht werden. Genauer gesagt sind über 330.000 Euro in Bremer Startups und Projekte geflossen. 3.928 Unterstützer weist die Seite aus, 2.615 Fans und 81 Projekte – Tendenz steigend, bilanziert Sabine Fröhlich, Projektleiterin Crowdfunding bei der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven. „So eine Crowdfunding-Plattform hat viele Benefits, nicht nur den offensichtlichen Finanziellen für die Projekte. Der Schotterweg schafft öffentliche Aufmerksamkeit, hilft beim Aufbau von Netzwerken und von Identität“, erklärt sie den Erfolg. Wie eine erfolgreiche Kampagne abläuft, das vermittelt das Schotterweg-Team regelmäßig in Workshops in Bremen und Bremerhaven. Aber eines gibt Sabine Fröhlich auch ohne Schulung mit auf den Weg: Wer ein Projekt einstellt, der muss kommunizieren und begeistern können.


» Das Tolle an den Crowdfunding-Projekten ist, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, ein Projekt zu finanzieren, unabhängig davon wie viel er spendet.«
Fynn Lammers von der Band „Lenna“


Die Story macht’s

Dass es bei den Crowdfunding-Kampagnen durchaus auch um viel Schotter und Hightech-Projekte gehen kann, untermauert das Projekt „Die Astronautin“, das in diesem Frühsommer international für Aufmerksamkeit gesorgt hat. 2020 soll die erste deutsche Astronautin ins All fliegen – eine aufwändige und kostspielige Angelegenheit. Zum Teil wird es auch über Crowdfunding finanziert und hier hat sich gezeigt, dass die Story, die erzählt wird dabei hilft, Gelder einzuwerben. Es geht um nichts weniger, als Geschichte zu schreiben. Fundingschwelle waren 50.000 Euro, zusammengekommen sind 68.590 Euro mit Hilfe von 458 Unterstützern. Die zwei Finalistinnen Nicola Baumann und Insa Thiele Eich können davon einen Tauchschein, ein Training in Grundlagen Raumstation und ein Überlebenstraining machen. Doch insgesamt ist es ein Tropfen auf dem heißen Stein. Um die erste deutsche Frau ins All zu bringen, werden rund 50 Millionen Euro gebraucht. Zusätzliche Aufmerksamkeit hat das Bewerben über den Schotterweg dem Projekt dennoch gebracht.


Sie haben Fragen zum Crowdfunding?
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Plattform www.schotterweg-crowdfunding.de und bei Sabine Froehlich, Projektleiterin Crowdfunding bei der BAB, Tel.: 0421 9600-531, Sabine.Froehlich@bab-bremen.de.

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